Bewertungsportale und Webverzeichnisse (7)

Bewertungsortale

Egal worüber Menschen sich im Internet informieren – ob Reisen, Elektrogeräte, Ärzte oder Kfz-Werkstätten – sie verlassen sich gerne auf das Urteil anderer. Dieser Effekt des „Social Proof“ („Soziale Bewährtheit“) ist wissenschaftlich belegt und überall im Internet zu beobachten. Für fast jeden Lebensbereich und jede Branche gibt es ein entsprechendes Bewertungs- oder Vergleichsportal. Da dort echte Erfahrungen ausgetauscht werden, bilden sie einen glaubwürdigen Gegenpol zur Werbung der Firmen.

Für Unternehmen sind diese Kundenbewertungen immens wichtig, da immer mehr Internetnutzer ihre Kaufentscheidungen vom Urteil anderer abhängig machen. Um als Unternehmer zu verstehen, wie die eigenen Produkte und Leistungen wahrgenommen werden, sollte daher hin und wieder ein Blick in den Bewertungs-Dschungel geworfen werden.

Der Herdentrieb des Menschen im Internet

Man muss nicht lange suchen, um Kundenbewertungen zu finden. Es reicht meistens aus, einen Firmennamen oder ein Produkt zu googeln: Die ersten Ergebnisse speisen sich fast immer aus Bewertungsportalen, Webverzeichnissen und anderen Internetseiten, auf denen Menschen sich austauschen. Rund 80 % der Internetnutzer lassen sich bei Ihren Kaufentscheidungen von Bewertungen im Internet beeinflussen. Dies gilt nicht nur für kostspielige Ausgaben wie z.B. Reisen, sondern auch Artikel des täglichen Gebrauchs wie Lebensmittel oder Kosmetika.

Die authentische Kundenbewertung ersetzt im Internet dabei das eigene Erleben vor dem Kauf. Dabei spielt es keine Rolle, dass der Verfasser unbekannt ist: Der Mensch neigt unbewusst dazu, sich am Verhalten anderer zu orientieren. Der Rat eines Fremden kann Entscheidungen sogar stärker beeinflussen, als die eigene Einschätzung.

Bewertungsportale für Marketing nutzen

Weil nichts so glaubwürdig wie eine ehrliche Empfehlung ist, sollten Unternehmen das Thema „Bewertungen im Internet“ aktiv angehen. Damit ist nicht gemeint, dass Bewertungen gefälscht werden dürfen. Vielmehr sollten Internetnutzer, Restaurantbesucher, Kunden, Gäste und Patienten zum einen animiert werden, nach dem Erlebnis mit einem Unternehmen eine Bewertung abzugeben. Nur so entsteht ein glaubwürdiges und authentisches Gesamtbild, das sowohl auf Qualitätsmerkmale als auch auf Mängel hinweist. Zum anderen sollten Firmenprofile auf möglichst allen relevanten Kanälen gepflegt werden, um dort einen guten Eindruck zu hinterlassen: mit richtigen Kontaktdaten, Service-Zeiten und sympathischen Fotos.

Auf die Frage „Wie bekommt man positive Bewertungen?“ gibt es also zwei Antworten. Die Grundlage bildet natürlich gute Arbeit. Gute Produkte, gute Leistungen, guter Service. Und damit die Welt davon erfährt, kann über viele Wege (Links auf der Website, QR-Codes auf Flyern und Aufklebern, persönliche Ansprache …) dafür gesorgt werden, dass Kunden ihre Meinung im Internet verbreiten.

Keine Angst vor schlechten Bewertungen

Schlechte Bewertungen sind kein Beinbruch. Zwar besteht kein Rechtsanspruch auf die Löschung solcher Beiträge, doch gehen Portale auf Anfrage durchaus gegen Schmähkritik vor. Wenn sich Beschwerden häufen, sollten Fehler aber zuallererst im eigenen Handeln gesucht werden.

Grundsätzlich lassen kritische Stimmen ein Unternehmensprofil glaubwürdiger erscheinen als eine auffällige Sammlung von Spitzen-Bewertungen. Auf vielen Portalen wird Unternehmen die Möglichkeit eingeräumt, Bewertungen zu kommentieren. Dies ist eine gute Gelegenheit um Kundennähe zu demonstrieren und zu zeigen, dass Kritik auf offene Ohren stößt.


Worauf kommt es an im Internet? Und wie soll ich auf Bewertungen im Internet reagieren? Mehr Infos rund um gutes Online-Marketing kurz & knackig auf www.n3mo.de


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